Ersten Saisonsieg noch aus der Hand gegeben
Icefighters gehen in Führung
Am Sonntagabend sah es in der Eissporthalle am Salzgittersee zwei Drittel lang danach aus, als könnten die heimischen Icefighters gegen die Chemnitz Crashers ihren ersten Saisonsieg einfahren. Doch am Ende blieb bei der bitteren 6:7-Niederlage (1:0, 4:1, 1:5, 0:1) nach Verlängerung nur ein enttäuschender Punkt.
Es waren noch keine 30 Sekunden absolviert, als die Crashers Icefighters-Keeper Dennis Korff bereits zweimal prüften.
In der 4. Spielminute stürmte dann Valtteri Nurminen über den linken Flügel in Richtung Chemnitzer Tor. Während Goalie Philipp Künzel den ersten Versuch noch parieren konnte, saß der Nachschuss des Finnen zur 1:0-Führung im Kasten. Das Spiel ging munter hin und her, Chancen gab es auf beiden Seiten. In der 15. Minute umkurvte Frans Landström seine Gegenspieler, traf bei seinem Versuch aber nur das Außennetz. Emilis Alekna vergab kurz darauf die nächste Möglichkeit für die Stahlstädter. Kurz vor Ende des ersten Spielabschnitts brannte es noch einmal vor Korffs Gehäuse, doch der Torhüter hielt die knappe 1:0-Führung für die Hausherren fest.
Icefighters bauen die Führung aus
Mit einem Powerplay starteten die Icefighters ins zweite Drittel. Aleknas Schuss konnte der Chemnitzer Schlussmann noch abwehren, beim Nachschuss von Vojtech Tuma zum 2:0 in der 22. Minute war er jedoch machtlos. Kurz darauf spielten die Crashers in doppelter Überzahl (5 gegen 3) und ließen sich diese Chance auf den Anschluss nicht nehmen: Dave König traf zum 1:2 (25. Min.). Die restliche Unterzahl überstanden die Icefighters mit großem Kampf und hatten kurz vor Ablauf der Strafe sogar die Chance auf den nächsten Treffer: Einen Konter über Samuel Magat konnte Josef Babicka allerdings nicht im Tor der Sachsen unterbringen.
Ihre nächste Überzahl nutzten die Hausherren dann besser aus: In der 30. Spielminute traf Toms Balodis durch die Schoner von Künzel zum 3:1. Die Icefighters überzeugten weiterhin in der Offensive. Alekna setzte sich am linken Flügel durch und erhöhte auf 4:1 (31. Min.). Kurz vor Drittelende gelang Adam Strakos in Überzahl sogar das 5:1 (39. Min.). Mit dieser scheinbar komfortablen Führung ging es in die letzte Pause.
Chemnitz startet eine furiose Aufholjagd
Auch zu Beginn des Schlussabschnitts agierten die Stahlstädter in Überzahl, bei der Strakos jedoch nur den Pfosten traf. Kurz darauf folgte ein Konter der Crashers in einer Zwei-auf-eins-Situation: Matyas Caloun ließ sich diese Chance nicht entgehen und verkürzte auf 2:5 (44. Min.). Es folgte eine erneute Überzahlmöglichkeit für das Team vom Salzgittersee, doch den Hammer von Roni Ahonen konnte Künzel entschärfen.
Nach dieser Strafzeit übernahmen die Sachsen komplett das Ruder. In der 47. Spielminute gelang ihnen durch Daniel Hala das 3:5.
Wenig später umkurvte Icefighters-Stürmer Landström das gegnerische Tor und passte mustergültig auf den freistehenden Zachary Mahjoubi. Der Kanadier schob den Puck zum wichtigen 6:3 über die Linie (49. Min.). Doch der Treffer gab den Icefighters nicht die erhoffte Sicherheit. Nur eine Minute später wackelte die Defensive erneut: Caloun markierte mit seinem zweiten Treffer des Spiels das 4:6.
In der 55. Spielminute erkämpfte sich Balodis die Scheibe in der gegnerischen Zone, scheiterte mit seinem Abschluss aber am Chemnitzer Torhüter.
Im direkten Gegenzug prallte ein Schuss der Crashers von der Bande hinter dem Tor genau vor die Schlittschuhe von Hala. Dieser schaltete am schnellsten und traf zum 5:6 (55. Min.). Die Gäste schnürten die Icefighters nun komplett in deren Zone ein und belohnten sich prompt: Lucas Böttcher erzielte zum Entsetzen der Heimfans unter den 256 Zuschauern den 6:6-Ausgleich (56. Min.). Kurz darauf handelten sich die Icefighters eine Strafe ein, und es entwickelte sich eine reine Abwehrschlacht vor dem Gehäuse von Dennis Korff. Diese wurde schadlos überstanden, und kurz vor Ablauf der Strafzeit hatten die Niedersachsen sogar den Siegtreffer auf dem Schläger: Ahonen passte auf den flinken Balodis, doch der Lette scheiterte am Keeper der Sachsen.
Böttcher trifft 1,4 Sekunden vor Schluss
So ging es mit drei gegen drei Feldspielern in die Overtime. Bis kurz vor Ablauf der Verlängerung verlief diese ausgeglichen. Doch 1,4 Sekunden vor der Schlusssirene gelang den Chemnitzern durch Böttcher der bittere Siegtreffer zum 6:7 (65. Min.). Während die Crashers bei ihrer Aufholjagd enorme Moral bewiesen, brach die schwach besetzte Defensive der Stahlstädter im Schlussabschnitt völlig in sich zusammen. (Text: C. Schaare)
Tore für die Icefighters: Nurminen, Tuma, Balodis, Alekna, Strakos, Mahjoubi


