Ernüchterung und Enttäuschung nach dem Doppel-Heimspiel-Wochenende der Icefighters.
Am Freitagabend kassierten die Stahlstädter im Derby gegen die Harzer Falken eine deutliche 3:8-Niederlage (3:3/0:4/0:1). Nach einem noch ausgeglichenen ersten Drittel enttäuschte die Mannschaft insbesondere im zweiten Abschnitt und blieb letztlich ohne echte Chance. Am Sonntag setzte es nach einem desaströsen ersten Drittel eine 2:7 (1:5/0:0/1:2) Niederlage gegen die Beach Devils Timmendorf.
Von Beginn an bestimmten die Gäste aus Braunlage das Tempo. Icefighters-Torhüter Dennis Korff stand früh im Mittelpunkt. Die erste große Möglichkeit vergab Dennis Gulda für die Harzer. Erst nach gut acht Minuten kamen die Icefighters wie aus dem Nichts zu ihrer ersten Chance – Ilia Martynov scheiterte nach Zuspiel von Emilis Alekna.
Die Falken nutzten dagegen ihre erste Überzahl eiskalt: Jakub Wiecki traf mit einem Schuss von der blauen Linie zum 0:1 (13. Min.). Nur elf Sekunden später erhöhte Ville Sivonen auf 0:2. Doch Salzgitter zeigte Moral: Den Schuss von Connor Janus konnte Taylor Dupuis noch abwehren, beim Nachschuss von Ron Friedrich war er machtlos – 1:2 (15. Min.). Kurz darauf erzielte Aaron Kraßmann per Schlagschuss den 2:2-Ausgleich (16. Min.).
Die Partie blieb torreich: Gulda fand vor dem Tor den freistehenden Wiecki, der problemlos zum 2:3 einschob (18. Min.). Aber auch diesmal antworteten die Gastgeber – Bohdan Khelemendyk traf im zweiten Versuch aus spitzem Winkel zum 3:3 (20. Min.). Mit diesem Remis, bei dem die Harzer zunächst mehr Spielanteile hatten und die Icefighters zur Mitte des Drittels besser ins Spiel kamen, ging es in die erste Pause.
Auch im zweiten Drittel erwischten die Falken den besseren Start. Petr Chaloupka brachte die Gäste erneut in Überzahl in Führung (3:4, 23. Min.). Fast wäre erneut ein Doppelschlag gefolgt, doch Justin Rebig rettete spektakulär gegen den Einschuss bereiten Max Droik. Kurz darauf ließ Sivonen die komplette Defensive der Icefighters stehen und erhöhte auf 3:5 (24. Min.).
Braunlage blieb klar überlegen, während Salzgitter weder defensiv Stabilität noch offensiv Durchschlagskraft fand. Dazu gesellte sich ein schwaches Passspiel. Wie es besser geht, zeigten die Falken in der 30. Minute: Nach einem schnellen Doppelpass zwischen Sivonen und Wiecki erhöhte der Finne auf 3:6 (30. Min.). Während die Gastgeber ihre wenigen Chancen ausließen, legte Braunlage im Gegenzug nach – nach einem vergebenen Versuch von Herklotz traf Dennis Arnold zum 3:7 (36. Min.). Mit einem ernüchternden Rückstand ging es in die letzte Pause.
Im Schlussdrittel rollte nach wenigen Sekunden bereits wieder eine Harzer Angriffswelle, doch Wiecki scheiterte an Korff. Danach nahmen die Gäste etwas Tempo heraus, dennoch fanden die Icefighters vor 885 Zuschauern nie mehr zurück ins Spiel. Stattdessen bestimmten Härte und Nickeligkeiten die Schlussphase, mehrere Faustkämpfe endeten auf der Strafbank. In der 55. Minute setzte Wiecki mit seinem dritten Treffer den Schlusspunkt zum 3:8.
Das Spiel gegen die Beach Devils aus Timmendorf vor 302 Zuschauern begann mit Verzögerung, nachdem ein Plexiglas-Element an der Bande ausgetauscht werden musste. Direkt danach stand Icefighters-Torhüter Pablo Schewe im Mittelpunkt: Den ersten gefährlichen Abschluss durch den völlig freistehenden Daniel Magnusson parierte er stark. Auf der Gegenseite hatte Ron Friedrich nach Zuspiel von Daniel Herklotz die erste gute Möglichkeit für die personell dezimierten Gastgeber.
Nach sieben Minuten wurde Schewe von seinen Vorderleuten die Sicht genommen, so dass er den Puck zu spät kommen sah – Aleksi Kettunen nutzte dies zur 0:1-Führung. Nur wenig später präsentierte sich die Defensive der Salzgitteraner erneut zu nachlässig. Jonah Henderson wurde sträflich allein gelassen und erhöhte auf 0:2 (8. Min.).
Während einer Überzahl für die Gäste scheiterte zunächst Daniel Seibel an Beach-Devils-Keeper Valtteri Nousiainen. Im direkten Gegenzug führte ein Puckverlust der Stahlstädter zu einer weiteren Großchance für Timmendorf, die Schewe entschärfte. Beim nächsten Puckverlust – diesmal in eigener Überzahl – war der Torhüter jedoch machtlos: Henderson lief allein auf Schewe zu und traf zum 0:3 in Unterzahl (12. Min.). Nur eine Minute später erhöhte Patrick Saggau in Überzahl über die Stockhand Schewes auf 0:4 (13. Min.).
Die Fehlerkette der Icefighters riss nicht ab. Erneut in Überzahl verlor ein Spieler den Puck, erneut nutzte Henderson die Gelegenheit – das 0:5 (17. Min.). Kurz darauf gelang Salzgitter ein Lebenszeichen: Ilia Martynov verkürzte im Powerplay auf 1:5 (18. Min.). Mit diesem bitteren Zwischenstand für die Heimfans ging es in die Pause.
Die Icefighters kamen engagierter aus der Kabine. Jakob Ceglarski scheiterte an Nousiainen, Connor Janus rettete wenig später auf der Torlinie für seinen bereits geschlagenen Torhüter (25. Min.). Offensiv verbesserten sich die Gastgeber sichtbar, brachten den Puck allerdings nicht im Tor unter, während Timmendorf nun einen Gang zurückschaltete. So blieb es nach dem zweiten Drittel beim 1:5.
Im Schlussabschnitt bauten die Gäste nach einem Treffer von Oskar Johansson auf 1:6 aus (45. Min.). In zwei aufeinanderfolgenden Überzahlsituationen für Salzgitter vergaben die Hausherren gute Chancen – Herklotz scheiterte mit einem Schlagschuss an Nousiainen, Seibel traf wenig später nur den Pfosten. Besser machte es erneut Martynov: In doppelter Überzahl erzielte er seinen zweiten Treffer des Abends zum 2:6 (47. Min.).Den Schlusspunkt setzte Magnusson nach einem weiteren fatalen Puckverlust der Icefighters. Der Schwede traf zum 2:7-Endstand. (Text: Christine Schaare)
Tore für Salzgitter gegen Braunlage: Friedrich, Kraßmann, Khelemendyk
Tore für Salzgitter gegen Timmendorf: 2x Martynov



