Lukas Vit (Nr. 23) feierte mit dem ersten Führungstreffer ein starkes Comeback. Foto: Jens Bartels

Salzgitter. Die TAG Salzgitter Icefighters mussten am Freitagabend die nächste Niederlage im Südostniedersachsen-Derby hinnehmen. Die Mannschaft von Cheftrainer Radek Vit hielt das Spiel für mehr als zwei Drittel offen, bevor die Gastgeber die Meisterrunden-Partie der Regionalliga Nord im Schlussabschnitt mit 5:2 (1:2, 1:0, 3:0) für sich entscheiden konnten. Nur zwei Tage darauf zeigten die Stahlstädter abermals ein starkes Spiel und bezwangen die ECW Sande Jadehaie in der Overtime mit 3:2 (1:0, 1:1, 0:1, 1:0).

Salzgitter führt zweimal

Dabei war auch am Wurmberg lange Zeit ein Sieg drin. Die Gäste starteten gut in das Spiel und belohnten sich nach elf Minuten durch einen Powerplay-Treffer von Martin Záhora zum 0:1. Lange währte die Führung nicht, ein Überzahlspiel zugunsten der Hausherren nutzte Davide Vinci, um den Zwischenstand zu egalisieren. Dennoch gelang es den Icefighters, sich ein zweites Mal abzusetzen, David Rudolph sorgte mit seinem 1:2 (19.) dafür, dass das Vit-Team mit einer knappen Führung in die Kabine gehen konnte. Im zweiten Durchgang scorte nur Braunlage, abermals durch Vinci (32.), sodass die Partie bis in das letzte Drittel offen blieb.“Die Partie war eigentlich sehr gut, wir hätten im ersten Drittel allerdings zumindest ein weiteres Tor erzielen müssen, aber der Versuch ging vorbei. Die beiden Gegentore waren leider wieder zu einfach“, so der Coach nach dem Spiel.

Falken drehen das Spiel

Im Schlussabschnitt sorgte ein frühes 3:2 (42.) von Daniel Knieling für eine Wende in der Partie. Dem Tor war eine Situation vorangegangen, die dem Salzgitteraner Übungsleiter übel aufstieß: „Ich habe da ein klares Beinstellen gesehen, demnach hätten wir Überzahl spielen müssen. Das hat das Spiel irgendwie gekippt, bis dahin lief alles sehr gut. Man muss dazu aber auch sagen, dass uns aufgrund der Personalproblematik etwas die Puste ausging.“ So schlug es zwei weitere Male im Netz des Tabellendritten ein, Jakub Wiecki hatte per Doppelschlag für den 5:2-Endstand gesorgt (48., 57.). Zufrieden zeigte sich Vit am Ende trotzdem, zumal die Mannschaft unmittelbar nach dem Spiel das Geschehen in der Kabine reflektierte. „Den Spielern war klar, dass wir noch konsequenter in der Defensive agieren und die einfachen Gegentore abstellen müssen.“

Langzeitverletzter Vit schießt erstes Tor

Gegen die Jadehaie, die Tags zuvor die Falken bezwangen, kamen die Icefighters ebenfalls gut ins Spiel. Sande wirkte anfangs ein wenig müde, das Team hatte keine 24 Stunden vorher ebenfalls gegen die Falken gespielt. Dabei litt die Mannschaft vom Salzgittersee auch am Sonntag nach wie vor unter Personalmangel. So musste selbst Trainersohn Lukas, der in den letzten sechs Wochen erst zweimal am Training teilnehmen konnte, mit auf das Eis – und sorgte für den Führungstreffer. Nachdem der ECW gleich in der ersten Minute eine Großchance verpasste, weil Dennis Korff im heimischen Kasten erneut gut aufgelegt war, übernahmen die Gastgeber mit fortlaufender Uhr immer weiter das Kommando, während Sande diverse Starfzeiten zog. So nutzte Vit in einem der Powerplays die Chance und sorgte dafür dass sein Team mit dem Zwischenstand von 1:0 (17.) in die erste Pause gehen konnte.

Sande gleicht aus – Friedrich legt nach

Im zweiten Abschnitt bot sich zunächst ein ähnliches Szenario, doch die Gäste hatten eine starke Phase, nutzten einen der wenigen Fehler und verwandelten eiskalt zum 1:1 (25.). In der Folge gelang es dem Titelverteidiger zwar, seinen Gegner eine Weile im eigenen Drittel einzuschnüren, doch die Partie kippte nicht. Rund fünf Minuten später liefen die Icefighters einen furiosen Konter, den der pfeilschnelle Ron Friedrich mit einem sensationellen Alleingang abschloss, als er das 2:1 (31.) kompromisslos in den langen Winkel hämmerte. Wieder nahmen die Hausherren die Führung mit in die Pause.

ECW erzwingt Verlängerung in letzter Minute – Icefighters siegen

Im letzten Durchgang fielen lange Zeit keine weiteren Tore. Salzgitter hatte das Spiel im Griff und bestach vor allem in der Defensive, die dieses Mal nahezu über die gesamte Spielzeit gut funktionierte. So freuten sich die Fans in der Eishalle am Salzgittersee bis kurz vor Schluss bereits über den zweiten Heimsieg über den ECW, doch eine Strafzeit der Gastgeber machte die Hoffnung zunichte. Die Jadehaie zogen den Torhüter zugunsten eines Feldspielers und stocherten 16 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit den erneuten Ausgleich über die Linie (60.) – Verlängerung. Dort ging es wiederum schnell. Ein Sander Spieler musste in die Kühlbox, David Rudolph setzte sich in Überzahl durch und erzielt das erlösende 3:2 (61.).

„Unglaublich“

„Unglaublich“, lautete Radek Vits erster Laut nach dem Abpfiff, allerdings nicht ohne ein Lächeln im Gesicht. „Es ist zwar ärgerlich, dass es keine drei Punkte waren, aber es ist keine Enttäuschung da, weil die die Jungs über 60 Minuten hart gearbeitet haben. Dass solch ein Fehler in letzter Minute passiert ist schade, aber wir haben zwei Punkte geholt und das absolut verdient. Trotz der Ausfälle haben wir ein gutes Spiel gezeigt und uns für den Kampfgeist vom Wochenende belohnt. Heute hat auch vor allem die Defensive gut funktioniert. Die Jungs haben das was sie am Freitag selbst bemerkt haben umgesetzt.“

Statistik

Tore Falken – Icefighters: 0:1 (10:21) Martin Záhora (Bahr/PP1), 1:1 (12:46) Davide Vinci (Robinson/PP1), 1:2 (18:27) David Rudolph (Záhora, Koresky), 2:2 (31:32) Davide Vinci (Ma. Bauer, Lohde), 3:2 (41:59) Daniel Knieling (Swiderski, Lohde), 4:2 (47:44) Jakub Wiecki (Zerbst, Jasieniak), 5:2 (56:43) Jakub Wiecki (Jasieniak, Franz/PP1)

Tore Icefighters – Jadehaie: 1:0 (16:36) Lukas Vit (Binias, Záhora/PP1), 1:1 (24:28) Viatcheslav Koubenski (Maier, Piskunovs), 2:1 (30:54) Ron Friedrich (Bannach, Binias), 2:2 (59:46) Sergejs Piskunovs (Demianjuk), 3:2 (60:29) David Rudolph (Vit, Binias/PP1)

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